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~ Die tägliche Routine ~Seite IX zu den Spuren im LebenskreisDas Phänomen, dass die Zeit und die Jahre mit zunehmenden Alter scheinbar immer schneller vergehen, hat auch die israelische Psychologin Prof. Dinah Avni-Babad untersucht. Nach ihren Forschungsergebnissen liegt die Ursache mit in der täglichen Routine begründet. Zwar gibt es auch bei Kindern ein gewisses Mindestmaß an Routine, wie der tägliche Weg zur Schule an den Wochentagen, doch während des Unterrichts bekommt ein Kind stetig neuen Stoff vermittelt und während Freizeit erlebt ein Kind stetig Neues. Mit zunehmendem Lebensalter bestimmt die Routine dagegen immer mehr das Leben eines Menschen. Was der Mensch jedoch rein routinemäßig erledigt, dass bleibt kaum noch in der Erinnerung haften und hinterlässt keine nennenswerten Eindrücke und Spuren in der Zeitwahrnehmung mehr. Um diesen Kreis zu durchbrechen, müsste ebenfalls die alltägliche Routine durchbrochen werden. Nur wer sein Leben oftmals auf den Kopf stellt und sich ständig neuen Erfahrungen aussetzt, könnte die Zeitwahrnehmung wieder dehnen. So in etwa ist zumindest die Meinung von Prof. Dinah Avni-Babad und ihrer Kollegin Ilana Ritov, wie in einer Ausgabe des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau nachzulesen ist.[1] Einige eigene Anmerkungen zu diesen Untersuchungsergebnissen. Die Routine schleicht sich mit zunehmenden Alter immer mehr in die Lebensgewohnheiten der meisten Menschen ein. So vergeht ein Tag wie der andere im Lebenskreis und letztendlich ein Jahr wie der andere ohne nennenswerte Abwechslung. Unterbrochen wird diese Routine nur von den jährlichen Höhepunkten. Der 50. Geburtstag oder das 60. Weihnachten sind zwar immer noch Höhepunkte im Leben eines Menschen, doch diese Höhepunkte werden von Jahr zu Jahr selbst mehr zu einer Art von Routine. Diese Untersuchungsergebnisse erklären mit Sicherheit einen Teil des Phänomens der Zeitdehnung und Zeitwahrnehmung und sind wichtige Ergebnisse des Puzzles. Wie so oft bei wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und dies ist auch auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Psychologie nicht anders, ergeben jedoch erst viele Bestandteile eines Puzzles ein zusammengehöriges Bild. So ist es nicht nur eine Frage der täglichen Routine, sondern vielmehr eine Frage, mit welchen Dingen wir diese Routine durchbrechen und mit welchen Inhalten wir unseren Lebenskreis füllen. Der Lebenskreis IV
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